Die vier Elemente

Geometric triangles with multicolored background

Es ist Freitagabend, Zeit für unser partnerschaftliches Focusing mit Maria Merk. Die Wandfarbe kann währenddessen in Ruhe trocknen, genau rechtzeitig fertig geworden.

Wir beginnen mit lockerem Austausch, Ankommen, Freiraum schaffen und schauen dann was jetzt grade so da ist.

Diesmal ist da mein Raum – den ich eben bemalt habe. Ich begebe mich innerlich in meinen Raum und freue mich riesig. Ich fühle mich stolz und vor allem sehr zufrieden darüber, wie ich zum ersten Mal einen Raum ganz bewusst so stimmig für mich gestaltet habe und was das mit mir macht. Im Schlafbereich finde ich beruhigendes Wasser, ein sanftes Blau als Grundton mit tiefblauen Wellen. Den Arbeitsbereich zieren feuerrote züngelnde Flammen, passend zu meiner Leidenschaft in mir. Bereits der Gedanke an mein ekstatisch-tänzerisches Malen mit dem Rot belebt mich innerlich und zaubert mir ein zufriedenes Schmunzeln. Auf der anderen Seite ist noch die Luft in weiß, unmittelbar anschließend an einen ockerfarbenen Berg, den ein farblich und inhaltlich passend ausgesuchtes Leinwandbild schmückt. Allein beim Anblick der Erde spüre ich, wie ich mich innerlich erde und diese ruhende Kraft genieße.
Meine aufmerksame Zuhörerin frägt offen-interessiert: „wie schauts bei dir mit der Luft aus, von der hab Ich jetzt noch kaum was gehört?“ Ich halte inne. Tatsächlich, den Luftbereich habe ich mehr oder weniger unbewusst gestaltet – das was so in etwa übrig blieb.

Wie ist das denn für mich, wie gehts mir da?

Mir fällt direkt meine Tendenz ein, auch mein Leben vollzukleistern mit dies und das, was ab und an leicht mal zu zuviel des Guten führt. Ich merke, wie sich mein Atmen beengt anfühlt. Luft. Ja, ich möchte gerne mehr Luft, mehr Freiraum haben! Ich atme ein paarmal tief ein und wieder aus. Mir kommt der Gedanke, ein paar der züngelnden Flammen einfach zurück weiß zu übermalen. Irgendwie noch nicht ganz stimmig denn, aus der Feuerecke betrachtet gefällt es mir einfach klasse, so wies ist. Und doch, etwas ist mit der Luft. Ich möchte ihr, und mir, mehr Freiraum geben. Wir verweilen dabei noch ein wenig und lassen es so stehen.

Für mich stellt sich heraus, dass ich meine weiteren Zimmerelemente bewusst mit dem Fokus auf Luft und Freiraum gestalte. Von nun an habe ich ein Stückchen mehr Luft mit mir – auf jeden Fall mal in meinem Zimmer und im aufgefrischten Bewusstsein meiner Aufmerksamkeit.

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